Juniorwahl an der Schule im Ostergrund

  • geschrieben von Annika Kurz

Eigentlich komisch. Wenn man in Hessen 16 Jahre alt ist, darf man einen Führerschein machen, Bier trinken und ein Handy besitzen, aber wählen gehen darf man nicht.

Dabei wäre dies für viele junge Erwachsene eine wichtige Sache, denn Politik betrifft sie auch. Diese Tatsache ist momentan nicht zu ändern, fast nicht. Denn die Schule im Ostergrund holte sich die Juniorwahl ins Haus. Die Juniorwahl ist eine bundesweite Aktion zur Förderung der politischen Bildung. In Verbindung mit Landtagswahlen wird sie in jedem Bundesland in Deutschland für Schulen angeboten. Warum? Damit Schüler lernen, wie wichtig ihr politisches Recht ist, ihr Kreuzchen bei allen möglichen Formen von Wahlen in der Bundesrepublik zu setzen.

In den zwei Wochen nach den Ferien wurde in den Stunden des Faches Gesellschaftslehre intensiv das Thema Landtagswahlen gepaukt. Dies aber nicht nur stur mit Zetteln und Texten sondern auch mit sehr handlungsorientierten Aspekten. So wurde im Mehrzweckraum der Schule eine Ausstellung von Florian Wiederhold, Lehrkraft im Vorbereitungsdienst vorbereitet. Er besorgte Wahlplakate aller Parteien mit reeller Aussicht in den Landtag ziehen zu können und stellte diese im Raum aus. Angereichert wurde die Ausstellung mit Wahlprogrammen, Slogans und Bildern, um die Informationsentnahme so bunt wie möglich zu gestalten. Eine riesige Litfaßsäule war geziert mit vielen Wahlkampfsprüchen der politischen Parteien, die die Schüler beim Rundgang unter die Lupe nahmen. Außerdem konnten sich die Schüler von Klasse 7 bis 10 mit einem Video über das Ausfüllen des Wahlzettels beschäftigen. Rund 50 Minuten verbrachte jede Klasse dort, um sich zu informieren. Nicht selten entstanden direkt vor Ort kleinere Diskussionen über die verschiedenen Inhalte und recht schnell kristallisierte sich, zu welchen politischen Tendenzen man sich hingezogen fühlte. Vor allem beeindruckt waren die Lehrer der Schule vom durchaus kritischen Blick, mit dem die Schüler die Parteiprogramme anschauten.

Wie es dann aber ist, wirklich wählen gehen zu können, erfuhren die Schüler ganz real. Mit einer Wahlbenachrichtigung wurden sie in der Woche vor der Wahl zur Juniorwahl eingeladen. Mit dem Personalausweis mussten sie dann zu dieser am Freitag vor der richtigen Landtagswahl im Wahlbüro erscheinen. Hinter zwei Wahlkabinen durften sie, wie die Erwachsenen, ihr Kreuzchen setzen und den Wahlzettel in eine Wahlurne hineinwerfen. Ganz schön aufregend fanden die Mädchen und Jungen diese Aktion und definitiv eine sehr gute Vorbereitung auf ihr erstes richtiges Wählen in den nächsten Jahren. Die Wahlleiter und Wahlhelfer kamen auch aus den Reihen der Schüler. Die Abschlussklasse von Frau Weese (R10) kümmerte sich vorbildlich um einen reibungslosen Ablauf sowie das anschließende Auszählen der Stimmen.